Stephan Guyot Coaching

Wussten Sie schon …

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Freundlich Nein-sagen

Sind Sie ein guter Nein-Sager?

Guyot Coaching - Freundlich Nein-sagen Oder ertappen Sie sich auch manchmal dabei, dass Sie „Ja“ sagen, obwohl Sie eigentlich „Nein“ meinen.

  • Ein Kollege fragt Herrn X. in der Firma schon zum wiederholten Male, ob er ihn am Wochenende vertreten könne. Herr X. hat ihn bereits schon mehrere Male unterstützt und obwohl er selbst erschöpft ist und bereits andere Termine verabredet hat, tut er ihm –widerwillig- den Gefallen...

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  • Rechtzeitig hat Frau Müller ihren Urlaub bei ihrem Chef eingereicht und genehmigt bekommen, dieses Jahr endlich zu ihrem Wunschtermin. Jetzt tritt eine Kollegin an Sie heran und möchte im gleichen Zeitraum Urlaub machen, was aber aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist.
    „Mein Mann bekommt in seiner Firma nur in genau diesem Zeitraum Urlaub, und es ist die einzige Möglichkeit für einen gemeinsamen Urlaub. Wir haben uns schon so darauf gefreut. Lass mich jetzt bitte nicht hängen.“
    Obwohl Frau Müller ebenfalls bereits feste Pläne mit ihrer Familie gemacht hat und der Tauschtermin deutlich ungünstiger ist, lässt sie sich erweichen und geht den Tausch ein.

  • Frau Meyer ist Sekretärin und für 3 Abteilungen zuständig. Für den heutigen Tag haben ihr bereits zwei Abteilungsleiter wichtige Terminaufgaben übertragen, als der dritte Abteilungsleiter mit einer weiteren dringenden Aufgabe auf sie zukommt. „Bitte machen Sie noch schnell die Rechnung für Herrn Schmidt fertig. Er kommt gleich vorbei, um Sie abzuholen. Aber vergessen Sie es bitte nicht.“
    Wohlwissend dass sie alle Arbeiten unmöglich pünktlich fertigstellen kann, sagt Frau Meyer: „Gut, ich werde mich sofort daran setzen!“

  • Andreas trifft auf einer Fortbildung zufällig einen alten Schulkameraden, mit dem er aber bereits damals schon wenig Gemeinsamkeiten hatte. „Mensch Andreas, toll Dich zu sehen. Ich hab Dir soviel zu erzählen, wir müssen uns unbedingt am Wochenende treffen. Hier meine Adresse, Samstag, 20:00 Uhr, bring Deine Freundin mit!“
    Obwohl Andreas kein echtes Interesse an dem ehemaligen Schulkameraden hat und er das Wochenende mit seiner Freundin gerne anders verbracht hätte, bringt er es nicht übers Herz, die Einladung auszuschlagen.

Kennen Sie solche oder ähnliche Situationen?
Man registriert in solchen Situationen durchaus, dass das JA einem nicht gefällt und nur schwer über die Lippen kommt, man bemerkt wie sich Widerstand in einem regt und ein ungutes Gefühl aufkommt, doch nicht immer sagt man, was man eigentlich sagen möchte: NEIN !

Aber warum sagen wir JA, wenn wir eigentlich NEIN meinen?

Es gibt viele Gründe dafür:

  • Bequemlichkeit

  • Angst vor einem Konflikt

  • der Wunsch, einen Konflikt zu vermeiden oder zu vertagen

  • Rücksichtnahme

  • Hilfsbereitschaft

  • Sehnsucht nach Anerkennung und Zugehörigkeit

Die Bereitschaft, die eigenen Bedürfnisse denen anderer unterzuordnen, ist weit verbreitet.
Viele Menschen haben es in ihrer Kindheit nicht gelernt sich abzugrenzen, sie wurden von ihren Eltern für Gehorsam und Bravsein mit Liebe und Anerkennung belohnt, nicht aber wenn sie versuchten ihre eigenen Bedürfnisse durchzusetzen, sie haben gelernt, dass das eigene Nein nicht erwünscht ist.

Schon von frühester Kindheit treiben uns zwei zentrale Motive an:

  • Das Bedürfnis nach Bindung und Zugehörigkeit

  • und das Bedürfnis nach Autonomie

Da wir soziale Wesen sind, gewinnt im normalen Alltag meist das Motiv der Zugehörigkeit die Oberhand:
Soziale Bindungen sind uns in der Regel wichtiger als die unbedingte Durchsetzung der eigenen Interessen.
Und so kommt es, dass wir in vielen Situationen nachgeben, die eigenen Bedürfnisse zurückstellen, faule Kompromisse schließen und den eigenen Ärger und die eigene Unzufriedenheit darüber kleinreden:

  • „Es lohnt sich nicht, deshalb ein Fass aufzumachen ......“

  • „So wichtig ist mir das nun auch wieder nicht ....“

  • „Es hat doch keinen Zweck wegen dieser Sache einen Streit anzufangen ....“

  • „Passt schon!“

  • „Wegen dieser Sache will ich doch nicht unsere Freundschaft gefährden ....“

Aber das Nicht-Nein-sagen-Können hat einen hohen Preis:
Latente Unzufriedenheit, unterdrückter Zorn, Ärger und Erschöpfung.
Aufgestaute Emotionen können zu organischen Störungen führen.
Die Zeitkrankheit Burnout resultiert aus der Unfähigkeit, Grenzen ziehen zu können.
Burnout trifft nicht nur die Arbeitssüchtigen und Hyperaktiven, sondern gerade auch die Personen, die Schwierigkeiten haben, ein klares NEIN zu formulieren, Personen mit der „Passt-schon / Nicht- so- schlimm-Mentalität“.

„Die Hälfte des Kummers dieser Welt stammt davon, dass zu schnell Ja und nicht schnell genug Nein gesagt wird.“
Josh Billings (amerikanischer Schriftsteller)

Warum sollten wir alle öfter NEIN sagen?

  • Ein NEIN hilft Ihnen, sich auf das zu fokussieren, was Ihnen wirklich wichtig ist.
    Das setzt natürlich voraus, dass Sie sich Ihrer eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und Visionen auch bewusst sind.

  • Ein NEIN hilft Ihnen, Ihre persönlichen Ziele besser zu erreichen.
    Wenn Sie sich für etwas entscheiden, dann bedeutet das auch immer, dass Sie sich gleichzeitig gegen etwas anderes entscheiden.
    Wenn Sie ein positives, kraftvolles, motivierendes und klares Ziel vor Augen haben, dann fällt Ihnen ein NEIN zu allem, was Sie davon abfällt viel leichter.

  • Ein NEIN gibt Ihnen Zeit, das zu tun, was Sie wirklich lieben.
    Unsere Lebenszeit ist das wertvollste Gut, das wir besitzen.

    • Zeit ist ein absolut knappes Gut.

    • Zeit ist nicht käuflich.

    • Zeit ist unbezahlbar.

    • Zeit ist relativ.

    • Zeit kann nicht gespart oder gelagert werden.

    • Zeit kann nicht vermehrt werden.

    • Zeit verrinnt kontinuierlich und unwiderruflich.

    Unsere wichtigste Aufgabe im Leben ist es, unsere Lebenszeit intensiv und bewusst für das zu nutzen, was uns wirklich wichtig ist.

  • Ein NEIN strukturiert Ihren Alltag im Beruf und im Privaten, es schafft Freiräume für strategische Planung und Priorisierung, hilft uns den Überblick zu behalten und befreit uns von der Tyrannei der Dringlichkeit, sorgt dafür, dass wir vordergründig die wichtigen Dinge erledigen.
    Denn das Wichtige ist selten dringend – und das Dringende ist selten wichtig.

  • Ein NEIN bedeutet nicht, dass das JA aus dem Wortschatz gestrichen wird.
    Denn ein entschiedenes NEIN zu allem, was uns von unserem Weg abbringt, ist die Grundlage zu einem starken JA zu dem, was wir gewählt haben.
    Und genau diese Entschiedenheit ist die Grundlage für ein erfülltes Leben.

Wer als Kind das Nein-Sagen nicht lernen durfte, kann sich diese Fähigkeit zu jedem Zeitpunkt seines Lebens auch selbst beibringen.
Jeder Mensch kann lernen, seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen den Stellenwert einzuräumen, der ihnen zusteht.

Bei Ängsten und Befürchtungen vor dem Aussprechen eines NEIN, hilft es sich ein Worst-Case-Szenario auszumalen und sich zu fragen: „Wie kann mein Gegenüber im schlimmsten Fall reagieren?“. Das hilft zwischen Befürchtungen und Realität zu unterscheiden.
Durch Übung im Nein-Sagen werden Sie erkennen, dass wir unserem Gegenüber oft mehr Macht zugestehen, als er tatsächlich hat, und die Befürchtungen oft viel größer und weitreichender sind, als die tatsächlichen Konsequenzen aus unserem NEIN.

Und es kommt natürlich auch entscheidend darauf an, wie man ein NEIN formuliert:

Geben Sie Ihrem NEIN einen wertschätzenden und freundlichen Rahmen, denn es muss sich nicht ausschließen, die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen und die Bedürfnisse der Mitmenschen anzuerkennen. Jeder Mensch will ernst genommen und respektiert werden. Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, kommt es zum Konflikt.
Den Wunsch anderer nach Anerkennung zu erfüllen, bedeutet nicht, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinten anzustellen.
Wenn Sie sich anderen gegenüber abgrenzen wollen, eine Bitte ablehnen oder einer Forderung nicht nachkommen wollen, dann erfüllen Sie in diesem Moment die Bedürfnisse des anderen nicht. Umso wichtiger ist es, dass er sich trotzdem ernst genommen fühlt.

Strategie für ein freundliches, empathisches und aufrichtiges NEIN:

  • ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen

  • für den anderen nachvollziehbar und verständlich

  • Berücksichtigung aller Bedürfnisse

  • Förderung einer wertschätzenden Beziehung

1. Schritt:
Zeigen Sie, dass Sie das Anliegen der anderen Person gehört haben.
Welche Gefühle und Bedürfnisse sind beim anderen aktuell?
Signalisieren Sie Interesse und Mitgefühl.
Mit Formulierungen wie: „Es tut mir leid .....“, „Leider .......“, „Entschuldigung .....“,
„Ich verstehe, dass Sie ......“, „ Ich kann Sie gut verstehen ....“ können Sie Verständnis und Mitgefühl ausdrücken.
Es ist aber nicht immer sinnvoll, Bedauern zu zeigen. In manchen Situationen werden Sie es auch einfach nicht wollen.
Je nach Bitte oder Forderung ist es schon ausreichend, Interesse an der Angelegenheit des Anderen zu signalisieren, damit ihr NEIN nicht gleichgültig wirkt.

2. Schritt:
Formulieren Sie ein eindeutiges NEIN.
Reden Sie nicht um den heißen Brei herum, sagen Sie direkt, ob Sie zustimmen oder ablehnen. Das ist nicht nur für Sie effektiver, es ist auch für den Anderen angenehmer, wenn er direkt weiß, woran er ist.

3. Schritt:
Geben Sie eine Begründung, in dem Sie der anderen Person mitteilen, welche Gefühle, Bedürfnisse und Tatsachen Sie davon abhalten, auf die Bitte einzugehen.

4. Schritt:
Teilen Sie Ihrem Gegenüber mit, wie Sie sich jetzt verhalten möchten.

5. Schritt:
Zeigen Sie Alternativen auf, wenn es zu Ihren Bedürfnissen passt und es in Ihrem Interesse ist.

6. Schritt:
Wenn die Reaktion Ihres Gegenübers stark emotional ist, können Sie ggf. noch eine Beziehungsbitte anschließen.
z.B. „Wie geht es Dir damit?“oder "Ist das O.K. für Dich?“

Sollte es dennoch zu einer Diskussion kommen, dann wiederholen Sie diese Strategie.
Nach spätestens 3 Durchläufen wird Ihr Gesprächspartner aufgeben.



 

Beispiel 1

Beispiel 2

Beispiel 3

Beispiel 4

Mitgefühl und Interesse

Es tut mir wirklich leid ...

Ich kann Dich gut verstehen, wie wichtig Dir der gemeinsame Urlaub mit Deinem Mann ist.

Es tut mir sehr leid, ich weiß wie dringend das für Sie ist ....

Ich finde es auch schön, Dich wiederzusehen ...
Vielen Dank für die Einladung ....

Eindeutiges NEIN

... ich kann Dich dieses Mal nicht vertreten.

Ich möchte meinen Urlaub allerdings nicht an Dich abtreten.

... dennoch kann ich diese Aufgabe nicht übernehmen.

... ich werde am Wochenende aber dennoch nicht zu Dir kommen.

Begründung

Zum einen fühle ich mich selber zur Zeit sehr erschöpft und zum anderen fühle ich mich auch unzufrieden, weil mir eine Balance zwischen Geben und Nehmen wichtig ist.

Ich habe mich rechtzeitig, um diesen Termin beworben und ihn mit allen Kolleginnen, auch mit Dir, im Vorfeld abgesprochen.
Für mich und meine Familie ist es ebenfalls der einzig passende Termin und ich bin überglücklich, dass dieses Jahr auch die Kinder mit ihren Familien mitgehen können, nachdem es die letzten Jahre nie geklappt hat.

Sowohl Herr Müller und auch Herr Schulz haben mir bereits Terminangelegenheiten übergeben und ich habe ihnen eine pünktliche Erledigung zugesagt.
Ich fühle mich für die fristgerechte Erledigung verantwortlich und habe ein schlechtes Gefühl, wenn ich Ihre
 Ihre Aufgabe dazwischenschiebe, da sich dadurch die Fertigstellung der anderen Aufgaben verzögern wird.

Ich bin beruflich z.Z. stark eingespannt und Anne und ich haben nur wenig gemeinsame Zeit miteinander.
Das Wochenende mit meiner Freundin ist mir sehr wichtig.

Verhalten

Ich werde mich dieses Wochenende ausruhen, um nächste Woche wieder fit zu sein.

Ich werde wie geplant im Juni den Urlaub nehmen.

Ich werde die beiden Aufgaben für Herrn Müller und Herrn Schulz schnellstmöglich erledigen, und mich dann sofort um Ihr Anliegen kümmern.

Ich werde das Wochenende mit Anne gemütlich allein verbringen.

Alternative

Wenn Du mich im Juni an meinem Geburtstag vertrittst, dann werde ich das nächste Wochenende für Dich übernehmen.

Für den Herbsturlaub haben wir aber noch keine Pläne.
Falls für Dich und Deinen Mann die Woche im Oktober interessant ist, könnte ich mir hier einen Tausch vorstellen.

Gerne rufe ich Herrn Schmidt an und spreche mit ihm ....
Oder aber wir klären gemeinsam mi Herrn Müller und Herrn Schulz die Prioritäten der Aufgaben ab.

Wir sehen uns bestimmt bei einer der nächsten Fort- bildungen, und da ist auch bestimmt Zeit für ein Bier hinterher.

Beziehungsbitte

Was hältst Du davon?

Was hältst Du davon?

Ist Ihnen damit geholfen?

Ist das O.K. für Dich?

Die Vorteile von einem freundlichen und empathischen NEIN liegen auf der Hand:
Ein Nein zu äußern, bedeutet immer auch eine Konfliktsituation zu schaffen.
Egal wie banal die Situation sein mag, ein NEIN ist immer eine Ablehnung für den Anderen. Sagen Sie NEIN, dann haben Sie sich durchgesetzt und damit bereits einen Vorteil für sich verbuchen können.
Schaffen Sie es nun noch, dass Ihr Gegenüber sich bei Ihrem NEIN nicht vor den Kopf gestoßen fühlt, dann haben Sie einen zweiten Nutzen aus Ihrem NEIN gezogen, denn je nach Situation haben Sie es geschafft, die gute Beziehung zu erhalten, Verständnis für Ihr NEIN zu schaffen, Ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen und sich trotz des unangenehmen NEIN-Sagens selbst immer noch wohl zu fühlen.

Doch auch ein freundliches, empathisches NEIN schließt Enttäuschungen nicht aus. Noch so viel Einfühlung ändert nichts an der Tatsache, dass ein NEIN die Wünsche und Erwartungen anderer nicht erfüllt. Mit einem NEIN übernehmen Sie die volle Verantwortung für Ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Absichten und Handlungen, aber nicht für die Gefühle anderer Menschen.
Wie jemand auf Ihr „freundliches NEIN“ reagiert liegt nicht in Ihrer Verantwortung.
Mit einem freundlichen und empathischen NEIN gelingt es Ihnen Unangenehmes zu sagen, ohne selbst unangenehm zu sein.

NEIN-Sagen lernen erfordert Geduld, Übung und etwas Mut.
Langfristig respektieren uns Menschen sehr viel mehr, wenn in unserem Vokabular auch ein entschiedenes NEIN vorkommt.
Und wenn Sie öfter NEIN sagen, dann hat auch Ihr JA wieder eine Bedeutung.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viele neu geschaffene Freiräume im Einklang mit Ihren Bedürfnissen:)


Ihr
Stephan Guyot

 

Quellen:
Psychologie Heute Ausgabe 11/2011
Tanja Baum „Die Kunst, freundlich NEIN zu sagen“
Marshall B. Rosenberg „Gewaltfreie Kommunikation“
Anja Förster / Peter Kreuz „NEIN“

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Gute Vorsätze: In 2017 werde ich..........

post dezemberDie Zeit zwischen den Jahren eignet sich hervorragend, um innezuhalten, das Jahr 2016 zu resümieren, eine Bilanz  zu ziehen und gleichzeitig neue Ziele für 2017 ins Auge zu fassen.

Was ist gut gelaufen in 2016 , was habe ich erreicht? Was möchte ich 2017 erreichen?

Der Jahreswechsel ist der ideale Zeitpunkt sein Leben zu reflektieren, zu überprüfen, mit was man zufrieden ist und was man gerne verändern möchte.

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Die guten Vorsätze, die wir fürs Neue Jahr fassen, sind wichtige Richtungsweiser für  das was uns wichtig ist im Leben und wir eventuell in der Vergangenheit vernachlässigt haben. Zum anderen zeigen uns die guten Vorsätze, wo unser Leben gerade nicht in Balance ist.
Die „Inventur“ zum Jahreswechsel lässt uns über einige Gewohnheiten nachdenken, die sich eventuell als lästig, als ungesund oder sogar als schädlich erweisen.
Manche Gewohnheiten behindern uns, lösen immer wieder Konflikte aus und verhindern eine Weiterentwicklung unserer Person.
Also fassen wir gute Vorsätze: Wir wollen eine oder gleich mehrere Gewohnheiten aus unserem Repertoire streichen, wir wollen uns verändern.

Die Hitliste der Neujahrs-Vorsätze, die bei Umfragen ermittelt wird, ist von Jahr zu Jahr fast unverändert:

  • Weniger Stress

  • Mehr Zeit für Familie und Freunde

  • Mehr Zeit für sich selbst

  • Mehr Bewegung und Sport

  • Gesündere Ernährung, weniger Alkohol

  • Körpergewicht reduzieren

  • Mit dem Rauchen aufhören

Nach einer Woche sind bei ca. 50% der Befragten alle guten Vorsätze bereits wieder vergessen, nach zwei Wochen halten i.d.R. noch 25% an ihren Vorsätzen fest und nur ca. 10% erreichen ihre Ziele.
Selbstveränderung ist schwieriger als die meisten Menschen vermuten. Selbst wenn es um Leben und Tod geht: Nach einer Studie schaffen es 90% aller Herzinfarktpatienten nicht, ihren Lebensstil dauerhaft zu verändern, um länger und gesünder zu leben.

Warum ist es nur so schwierig, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen und langfristig durchzuhalten???
Warum scheitern so viele Veränderungspläne? Fehlt es an Willenskraft und Motivation?
Der Autor Stephen Guise meint dazu:
„Wir sollten nicht uns oder unserem Willen die Schuld geben, sondern den Strategien, die wir einsetzen.“ Bei den meisten Verhaltensweisen oder Denkstrukturen, die wir verändern wollen, handelt es sich um Gewohnheiten.
Wir sind das, was wir immer tun, wir sind die Summe unserer Gewohnheiten. Sie strukturieren unser Leben und sie bestimmen unser Selbstbild. Gewohnheiten sind in der Regel nützliche Verhaltensweisen, sie machen das Leben leichter und entlasten uns von permanentem Entscheidungszwang. Gewohnheiten geben uns Sicherheit und machen uns für andere berechenbar.

Gewohnheiten sind nicht plötzlich da, sie bilden sich mit der Zeit durch Wiederholung heraus. Gewohnheiten können wir nicht von heute auf morgen umwandeln. Bis zu 90% unseres Alltags laufen halbautomatisch ab, eben wie gewohnt. Um Gewohnheiten und Routinen verändern zu können, benötigen wir das Wissen, wie sie entstehen und wie unser Gehirn funktioniert. Unser Gehirn wiegt durchschnittlich 1,5kg und enthält rund 100 Milliarden Nervenzellen (=Neuronen). Im Neokortex (Großhirn) kann sich jede Nervenzelle mit 40.000 – 50.000 anderen Nervenzellen über ein Verbindungsstück (Synapse) verbinden. Eine Nervenzelle verbindet sich mit der nächsten und diese wiederum mit einer neuen und so weiter. Diese Muster nennt man neuronale Netzwerke oder neuronale Bahnung.

Immer, wenn wir etwas Neues lernen, erfahren, denken, fühlen, erzeugen die Nervenzellen neue Verbindungen und damit neue neuronale Muster. Nervenzellen, die wiederholt zusammen aktiviert werden, gehen eine stärkere Verschaltung ein. Bahnungen, die wir besonders häufig durch immer gleiche Gedanken und Handlungen aktivieren, um uns in dieser Welt zurechtzufinden, werden immer stärker ausgebaut. Verschaltungen, die wir nicht oder nur selten benutzen, werden nicht weiter verstärkt bzw. verkümmern. Immer wiederkehrende Handlungsmuster werden also nach und nach im Gehirn von einem kleinen schmalen Trampelpfad zu einem Weg, einer Straße bis hin zu einer mehrspurigen Datenautobahn ausgebaut. Ist für einen Gedanken bereits eine Gedankenautobahn gebaut, so wird dieser Gedanke auch immer häufiger gedacht, das betreffende Gefühl immer häufiger gefühlt, die entsprechende Handlung immer häufiger ausgeführt.

So entstehen Gewohnheiten, so entsteht ihre Persönlichkeit. Wir bilden also mit dem, was wir denken, einen sich selbst verstärkenden, automatisch ablaufenden Kreislauf und formen somit unsere Persönlichkeit, Weltsicht und unser Sein. Und das alles passiert zunächst ohne dass wir uns dieses Prozesses bewusst sind. Wir reagieren wie programmiert, weil diese fest verschalteten Netzwerke im Gehirn keine bewusste Anteilnahme von uns erfordern und sehr „energiesparend“ sind. Ähnlich wie ein Auto bequemer auf einer gut ausgebauten Straße fährt als auf einem holprigen Feldweg, ist diese Vorgehensweise für unser Gehirn wesentlich bequemer.

Ähnlich wie ein Motor im Leerlauf erfordert das Denken von gewohnten Gedanken kaum Energie. Das Gehirn liebt diese Automatismen, komplexe Handlungsabläufe wie z.B. Autofahren oder Klavierspielen können so bewältigt werden ohne jede einzelne Handlungssequenz bewusst planen zu müssen. Für die meisten unserer Handlungen und Entscheidungen im Alltag stehen dem Gehirn gut ausgebaute Schnellstraßen zur Verfügung: das Öffnen der Flasche Wein am Abend, der Griff zur Chipstüte vor dem Fernseher, die Ordnung auf unserem Schreibtisch, unser Ess- und Bewegungsverhalten, unsere Zeiteinteilung, unsere Kommunikation, der Umgang mit Stress und Konflikten, ......................

Auf Automatismus geschaltet verbraucht unser Gehirn nur 5% unserer Gesamtkörperenergie, wenn wir die bewussten Zentren unseres Gehirns aktivieren steigt der Energieverbrauch auf 20-25%. Wenn Sie nun durch Ihren bewussten Willen beschließen, die eine oder andere Schnellstraße zu schließen, dann wird sich der mächtige unbewusste Teil Ihres Gehirns zur Wehr setzen, denn für die neue Verhaltensweise (z.B. Obst und Gemüse als Zwischenmahlzeit anstatt Süßigkeiten oder Fitnessstudio/Joggen statt Couch) gibt es noch keine neuronale Bahnung. Dieses neue neuronale Netzwerk muss erst noch angelegt werden

Damit nun Ihre Neujahrsvorsätze nachhaltig und erfolgreich sind, benötigen Sie die richtige Strategie, um diesen mächtigen unbewussten Teil Ihres Gehirns und damit Ihren „inneren Schweinehund“ wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dazu hilft auch das anschauliche Bild des amerikanischen Psychologen Jonathan Haidt vom Reiter und dem Elefanten: Der Reiter repräsentiert dabei das Bewusstsein, unseren bewussten Willen, der Elefant das Unbewusste, den unbewussten Teil unseres Gehirns. Der Größenunterschied ist von Haidt nicht zufällig gewählt, so kann der Reiter noch so genau wissen, wo er hinwill – wenn der viel schwerere und stärkere Elefant sich dagegen wehrt und einfach stehen bleibt oder in eine andere Richtung läuft, kann der Reiter sein Ziel nicht erreichen.

Der Reiter muss also den Elefanten motivieren, sich in Bewegung zu setzen und in die gewünschte Richtung zu laufen. Genauso müssen Sie Ihr Unterbewusstsein dazu verführen, den gewohnten, komfortablen und vermeintlich sicheren Weg, weil bekannten Weg zu verlassen und sich auf eine neue Reise zu begeben. Bildhaft verführen Sie „Ihren“ Elefanten, die Richtung zu wechseln, indem Sie ihm aus einem Topf Nektar probieren lassen und er die Erfahrung macht: „ Hmmmm, das schmeckt auch gut, ich will mehr davon.“

Wenn ein neues Verhalten zu einer guten Gewohnheit werden soll, muss im Gehirn zunächst ein kleiner Trampelpfad angelegt werden, der dann durch viele Wiederholungen und Erfahrungen nach und nach zu einem Weg, einer Straße und schließlich einer mehrspurigen Autobahn ausgebaut wird. Der Elefant (unser Unbewusstes) reagiert nach einem einfachen Prinzip:
Lust maximieren / Schmerz minimieren

Entscheidend sind daher die positiven Emotionen, Gefühle und Erfahrungen, die mit der Veränderung verbunden einhergehen. Schmeckt unserem Elefanten der Nektar nicht, wird er sich nicht in Bewegung setzen.

Motivation (Nektar) für Ihren Elefanten:

  • Finden Sie ein starkes „Warum“ für ihr Ziel und den Wunsch nach Veränderung!Warum möchten Sie gerade dieses Ziel erreichen?Warum ist es Ihnen wichtig?Was macht dieses Ziel so attraktiv für Sie?

  • Stellen Sie sich die Zielerreichung mit allen Sinnen intensiv vor!Was nehmen Sie wahr, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben?Was hören, fühlen, sehen, riechen und schmecken Sie?Was hat sich alles positiv verändert?

  • Formulieren Sie Ihr Vorhaben positiv und genau, ohne Negation und ohne Komperative!Was genau wollen Sie erreichen? Was / wie viel / wie genau?Wenn Sie sich z.B. weniger Stress wünschen, dann stellen Sie sich bitte die Frage: „Was will ich stattdessen?“ Ruhe/Entspannung/ Konzentration? Beschreiben Sie den Wunschzustand ganz genau mit allen Annehmlichkeiten, damit Ihr Elefant Appetit bekommt.

  • Verfolgen Sie die Strategie der vielen kleinen Schritte! Teilen Sie Ihr Vorhaben in kleine, gut realisierbare Etappenziele auf. Verschrecken Sie besonders zu Beginn den Elefanten nicht! Hauptursache für das schnelle Verwerfen von Absichten ist die große Kluft zwischen den guten Absichten und deren Umsetzung. Erscheint diese Kluft für unseren Elefanten unüberwindbar, dann wird er stehenbleiben bzw. wieder einen gewohnten Weg einschlagen. Stephen Guise hat ein Konzept der Mini-Gewohnheiten entworfen: „Ein wenig zu tun ist besser, als nichts zu tun. Jeden Tag wenig mit Spaß, Freude und Erfolg zu tun hat größeren Einfluss, als mit Anstrengung an einem einzelnen Tag ganz viel zu tun. Wenn wir jeden Tag wenig tun, ist die Chance groß, dass das, was wir tun, zu einer neuen Gewohnheit wird.“ Beispiele:

    • Sie wollen endlich mehr Zeit zum Lesen haben? Wenn Sie jeden Tag eine halbe Stunde eher aufstehen oder früher zu Bett gehen, haben Sie über 180 zusätzliche Stunden zur Verfügung.

    • Wenn Sie mehr Gemüse essen wollen, stellen Sie nicht gleich die ganze Ernährung um. Ein fester „Veggietag“ pro Woche reicht für den Anfang völlig aus.

    • Wenn Sie abnehmen wollen, streichen Sie nicht gleich alle geliebten Genüsse komplett aus dem Speiseplan. Begrenzen Sie die Menge der Süßigkeiten in erlaubten Zeitfenstern.

    • Sie wollen Ihren Körper durch regelmäßige Liegestütze in Form bringen? Beginnen Sie nicht gleich mit 50 oder 100, sondern mit wenigen 5 oder 10. (Stephen Guise selbst setzte sich das Ziel: „Ich mache jeden Tag 1 Liegestütz!“

    Diese Mini-Gewohnheiten haben viele Vorteile:

    • Man kommt sofort ins Handeln. Ist man erst einmal in Bewegung, macht man möglicherweise freiwillig mehr, als man sich vorgenommen hat.

    • Erfolgserlebnisse sind garantiert! Gerade zu Beginn brauchen Sie viele und möglichst intensive Erfolgserlebnisse. Startet man zu ambitioniert und schafft die eigenen Vorgaben nicht, dann erzeugt das Frust und Enttäuschung -> unser Elefant kehrt schnell wieder um!

    • Die Willenskraft des Reiters wird durch das erfolgreiche Zusammenspiel mit dem Elefanten gestärkt! Anstrengung, wahrgenommene Schwierigkeiten, negative Gefühle und Müdigkeit schwächen die Willenskraft.

  • Eine Liste mit Ressourcen bietet Sicherheit:

    Welche Fähigkeiten und Ressourcen stehen Ihnen zur Verfügung?

    Welche Fähigkeiten und Ressource möchten Sie noch erwerben?

    Wer kann Ihnen helfen?Planen Sie Misserfolge und Rückschläge ein!

  • Rückfälle beweisen nur eines: die alten neuronalen Pfade sind noch da, die neuen sind noch nicht stark genug! Halten Sie an Ihrem Gesamtziel fest, bleiben Sie positiv und zielorientiert: „Gut, das mir das jetzt passiert ist und nicht........Was brauche ich, damit es in einer ähnlichen Situation besser läuft, welche weiteren Alternativen habe ich? Unter welchen Bedingungen wird es zukünftig besser klappen?

 

Wenn wir verstehen, wie Gewohnheiten funktionieren, haben wir auch eine Chance, sie zu verändern.
Bleibt noch die Frage: Wie lange dauert es, eine neue Gewohnheit zu etablieren? Wann wird aus einem neuen Verhalten eine stabile Gewohnheit?
Verschiedene Studien liefern Ergebnisse von 2-9 Monaten, abhängig von der Art der Veränderung.
Aber eigentlich spielt das nur eine Nebenrolle, wenn man die gewünschte Veränderung ein Leben lang beibehalten will.


Seien Sie gut zu Ihrem Elefanten.
Mit den besten Wünschen für ein gesundes und erfolgreiches 2017


Ihr
Stephan Guyot

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Harmonie oder Weiterentwicklung? Oder beides?

Harmonie oder Weiterentwicklung?Harmonie oder Weiterentwicklung? Oder Beides?

Kennen Sie das, dass Sie manchmal etwas tun nur um des lieben Friedens willen ????

Das Sie einer Meinungsverschiedenheit, einer Auseinandersetzung, einem Streit oder einem Konflikt aus dem Wege gehen, weil Ihr Wunsch nach Harmonie größer ist?

Ganz häufig lassen wir uns vereinnahmen, stellen die eigenen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse hinten an, weil wir denken, wir seien dies anderen schuldig.

Ein harmonisches Wohlgefühl will dann aber dennoch nicht aufkommen, eher die Erleichterung den fremden Erwartungen gerecht geworden zu sein.

Ein Leben ohne Konflikte ist undenkbar.

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Das ist ein soziales Grundgesetz: Menschen, die miteinander zu schaffen haben, machen einander zu schaffen!

Wie bei vielem im Leben ist auch hier eine situationsabhängige Balance zwischen Akzeptanz und friedlichem Miteinander auf der einen Seite und einer gesunden Konflikt- und Konfrontationsbereitschaft zur eigenen Selbstbehauptung und der Wahrung eigener Interessen und Bedürfnisse auf der anderen Seite hilfreich für eine ausgeglichene Persönlichkeit.

Viele Menschen haben häufig große Schwierigkeiten damit, andere („richtig“) zu kritisieren.

Dahinter können sich die verschiedensten Gründe verbergen.

Vielleicht hat man das Gefühl, nicht berechtigt zu sein, andere Menschen zu kritisieren.

Oder man fürchtet, im Gegenzug selbst kritisiert zu werden, oder hat Angst vor der Reaktion des Gegenübers.

Möglicherweise möchte man einer Diskussion oder einem Konflikt aus dem Weg gehen, weil man fürchtet, dem nicht gewachsen zu sein.

Vielleicht steckt auch die Angst dahinter, die Kritik nicht angemessen formulieren zu können.

Vielleicht kennen Sie Menschen, die sich zwar einerseits gut durchsetzen können, andererseits aber dabei auch so aggressiv wirken, dass man sich regelrecht von ihnen abgestoßen fühlt.

Für den Umgang mit anderen Menschen ist es aber wichtig, dass man über Dinge sprechen kann, die man nicht gut findet oder gerne anders hätte.

Dies gilt sowohl für private als auch für berufliche Situationen.

Kritik äußern ist wichtig – für das eigene Wohlbefinden und auch für den anderen.

Und es gibt beim Durchsetzen und Kritisieren auch nette Wege, eigene Rechte und Interessen geltend zu machen.

Hier einige Tipps dazu:

  • Mit dem Positiven beginnen:

Beginnen Sie das Gespräch immer erst einmal, indem Sie etwas Positives sagen, was Ihnen an der Person oder ihrem Verhalten gut gefällt.

Das wird Ihnen um so leichter fallen, je besser es Ihnen gelingt die positive Absicht im Verhalten des anderen zu erkennen.

Das macht es der anderen Person viel leichter, eine Kritik oder einen Verbesserungsvorschlag annehmen zu können.

  • Die eigene Wahrnehmung und die Wirkung des Verhaltens vermitteln:

Beschreiben Sie Ihrem Gegenüber in der „Ich“-Form, was Sie wahrgenommen haben und wie Sie sich dabei fühlen.

Es ist viel leichter eine persönlich formulierte Kritik anzunehmen.

Bei einer „Du“-Botschaft wird sich der andere i.d.R. angegriffen fühlen und sich sofort verteidigen wollen oder einen „Gegenangriff“ starten.

  • Konkret werden:

Sagen Sie ganz konkret, was Sie von der Person möchten.

Formulieren Sie positiv ohne zu beschönigen.

  • Lassen Sie Ihren Gegenüber antworten:

Geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit zum Antworten und „schießen“ Sie nicht gleich nach.

Eine einzelne Kritik oder einen Vorschlag zu akzeptieren fällt viel leichter, als einer „Wand“ von  Vorwürfen gegenüberzustehen.

Wichtig ist auch: Hören Sie Ihrem Gegenüber zu!

  • Finden Sie einen positiven (vielleicht sogar einen versöhnlichen) Abschluss:

Versuchen Sie das Gespräch positiv zu beenden, z.B. mit einer konkreten Absprache, einem Lob oder einer Ermutigung („Ich bin froh, dass wir das mal besprechen konnten!“)

Das macht es Ihrem Gegenüber leichter, die Kritik zu akzeptieren und auch in Zukunft mit Ihnen positiv in Kontakt zu sein.

Beispiele:

  • Nachbar hört nachts laut Musik:

„Entschuldigung, dass ich Sie so spät noch störe. Aus Ihrer Wohnung höre ich laute Musik und kann nicht einschlafen. Ich habe morgen sehr wichtige Termine und bin besorgt,  morgen früh nicht fit zu sein. Ich bitte Sie, die Anlage leiser zu drehen.“ ...............

„Ich verstehe, dass Sie gerne Musik hören – bitte machen Sie sie trotzdem leiser.“

  • Ärger über das Verhalten von Freund(in):

„Ich finde es toll,Dich zur Freundin zu haben und mit Dir über ganz persönliche Dinge sprechen zu können. Ich habe Dir gestern etwas im Vertrauen erzählt, heute spricht mich XY darauf an. Das hat mich gekränkt und mich in eine sehr unangenehme Situation gebracht. Ich möchte für die Zukunft, dass Du Vertraulichkeiten für Dich behälst.“ .......................

„Ich bin froh, dass wir darüber reden konnten. Gehen wir ein Eis essen?“

  • Mitarbeiterverhalten:

„Herr Z, ich schätze Sie als zuverlässigen, leistungsstarken und verantwortungsbewussten Mitarbeiter.

Ich bin daher irritiert, dass mir der Zwischenbericht von Projekt X noch nicht vorliegt und der Abschlussbericht Y unvollständig ist. Ich kann mir die Schwankungen Ihrer Leistung in letzter Zeit gar nicht erklären. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Gründe? Was brauchen Sie, um die Projekte erfolgreich abschließen zu können?“

„Schön, dass wir eine Lösung gefunden haben. Ich freue mich bereits auf das nächste Projekt mit Ihnen.“

  • Unangenehme Themen:

„Guten Morgen, Herr X. Ich bin unsicher, wie ich das Gespräch beginnen soll, weil ich Sie nicht verletzen möchte. Mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit mehrfach intensiv nach Schweiß gerochen haben, z.B. auch gestern. Mir ist es sehr unangenehm und ich fürchte, dass unsere Kunden sich dadurch gestört fühlen könnten. Ist Ihnen diese Wirkung bewusst? Was können wir vereinbaren, dass wir uns darüber nicht wieder unterhalten müssen?“         .........................

„Ich habe Ihre Auswertungen zu XY gelesen. Sehr gute Leistung. Machen Sie weiter so.“    

Kritik bedeutet grundsätzlich eine Verbesserung in der Sache und in der Beziehung.
Fokussieren Sie daher auf die langfristigen positiven Konsequenzen und nehmen Sie kurzfristig unangenehme Gefühle in Kauf.

Ich wünsche Ihnen viele Momente innerer und äußerer Harmonie und viele erfolgreiche Situationen der Weiterentwicklung.
Ihr
Stephan Guyot

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Kennen Sie Ihre Ziele? Was wollen Sie von der Zukunft?

Wenn das Leben keine Visionen hat„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es kein Motiv, sich anzustrengen.“
Erich Fromm

Kennen Sie Ihre Ziele? Was wollen Sie von der Zukunft? Was sind Ihre Träume? Was wollen Sie alles noch erreichen, erleben, erlernen, sehen, spüren und vom Leben haben? Haben Sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht?

Viele Menschen planen Ihren Urlaub in der Regel sehr sorgfältig, Sie überlegen sich oft schon Monate vorher, wohin die Reise geht und malen sich in den schillernsten Farben die Zukunft am Strand, in den Bergen, in einer Traum-Metropole oder ähnliches aus.

Aber wie sieht es mit dem Rest von Ihrem Leben aus? ..... Machen Sie sich darüber auch so viele Gedanken wie über Ihren Urlaub?

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Ein Leben ohne Ziel ist wie ein Schiff ohne Ruder. Mal wird man dahin und mal dorthin getrieben und nur ganz selten kommt man da an, wohin man möchte.
Ohne Vision und ohne Ziel bekommt das Leben keine Richtung, keine selbst erzeugte Steuerung!
Ohne Ziel und ohne Vision steigt das Risiko ständiger Fremdbestimmung und Orientierungslosigkeit.

Ziele geben unserem Leben eine Richtung und helfen uns, das zu erreichen, was wir wollen und was uns wichtig ist.

Haben Sie sich je gefragt, was in Ihrem Leben wirklich wichtig ist?

Ich lade Sie ein, Ihre aktuelle Lebenssituation zu analysieren. Nehmen Sie sich Zeit, einen Stift, ein paar Blatt Papier, eine Tasse Tee, Kaffee oder ein Glas Wein, suchen Sie sich ein angenehmes Umfeld, wo Sie ungestört sind und Ruhe haben, und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • „Was ist alles gut an meiner aktuellen Lebenssituation?“

  • „Was stört mich an meiner aktuellen Lebenssituation?“

  • „Wie soll es stattdessen sein?“

  • „Was wünsche ich mir außerdem?“

Betrachten Sie dabei Ihre 5 wichtigsten Lebensbereiche:

  • Arbeit und Leistung

  • Materielle Sicherheit

  • Soziales Netz, Familie und Lebensumfeld

  • Körper und Gesundheit

  • Werte, Einstellungen und Sinn

 

  • „Was ist mir wirklich wichtig? Welche Werte und Bedürfnisse habe ich?“

  • „Woran merke ich das in meinem Alltag und in den einzelnen Lebensbereichen?“

  • „Woran merkt das mein Umfeld?“

Nehmen Sie sich für jede einzelne Frage Zeit und hören und fühlen Sie tief in sich hinein. Ihr Unterbewusstsein wird auf jede Frage eine Antwort finden und sich bei Ihnen melden.

Wenn Sie Problemfelder entdecken, bleiben Sie nicht in der Problemorientierung stecken, sondern stellen Sie sich immer wieder die Frage „Was will ich stattdessen?“.
Seien Sie großzügig zu sich, malen Sie sich mit allen Sinnen den Idealzustand aus.

Schreiben Sie alles auf, zunächst als Brainstorming, dann konkret und positiv ausformuliert. Nutzen Sie Ihre Fantasie und Ihre Kreativität. Nehmen Sie die Zukunft vorweg und schreiben Sie Ihren Idealzustand bei Zielerreichung nieder.

Mit einer positiven und motivierenden Zielformulierung schaffen Sie die Basis für Ihre erfolgreiche Zukunft.
Stellen Sie sich immer wieder vor wie es sein wird, wenn Ihr Problem gelöst oder Sie Ihr Ziel erreicht haben. Diese positiven Gefühle werden Sie mit Energie versorgen und Ihnen helfen weitere Fragen zu beantworten und ins Handeln zu kommen.

Bis wann möchten Sie welche Ziele erreicht haben?
Was brauchen Sie, und was können Sie tun, um Ihr Ziel zu erreichen?
Wie können Sie Risiken und mögliche Einwände minimieren?
Was werden Sie genau tun? Wann? Wie? Mit wem? In welcher Reihenfolge?

„Die Vorstellungskraft ist der Anfang der Schöpfung.
Man stellt sich vor, was man will.
Man will, was man sich vorstellt,
und am Ende erschafft man, was man will.
(George Bernard Shaw)

Ich wünschen Ihnen viel Erfolg!
Ihr
Stephan Guyot

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